Brele Scholz, verpackte Figuren im Atelier

Ausgangsmaterial meiner Bildhauerei sind Stammhölzer, wie z.B. Birne, Eiche, Robinie, Kirsche, Esche oder Ahorn. Risse, Astlöcher, Verwachsungen, „Fehler“ im Holz und hohle Stellen sind wichtige Elemente bei der Gestaltung meiner Werke. Ich folge einer starken Vision, die sich beim Arbeiten mit dem Vorgefundenen zu etwas Neuem verbindet. Das Zufällige, dass mir unvorhersehbar im Holz begegnet, ist enorm wichtig, um die „Brutalität des Realen“ sichtbar zumachen und den Eindruck unmittelbarer Lebendigkeit zu erzeugen.

Alle meine Skulpturen sind Auseinandersetzungen mit der menschlichen Figur. Die Vision, mit der ich eine Skulptur beginne, geht mir während der Arbeit verloren. Sie ist eine Weile lang, wie in Nebel getaucht. Das heißt, ich werde in gewisser Weise blind, arbeite intuitiv.

Der Maler Francis Bacon hat diesen Prozess so beschrieben: „I know what I want to do but don’t know how to bring it about. That’s what I’m hoping accidents or chance will bring about for me. So that it’s a continuous thing between what may be called luck or hazard, intuition and the critical sense.”

Ich muss also, auf der Suche nach der Form, unwissend voran gehen und gleichzeitig kritisch betrachten was ich tue. Fehler die ich beim Sägen in die Tiefe des Stammes mache, entpuppen sich meistens als Geschenk für die Figur. Es braucht unbedingt diese Mischung aus irrationalem und rationalem Handeln, um dahin zu gelangen, wo ich in der Skulptur hin will.

Brele Scholz